Texte, Bilder, Grafiken sowie Layout dieser Seiten unterliegen weltweitem Urheberrecht. Unerlaubte Verwendung, Reproduktion oder Weitergabe einzelner Inhalte oder kompletter Seiten werden sowohl straf- als auch zivilrechtlich verfolgt. Die Rechtsverfolgung nach Rechtsordnungen anderer Länder ist möglich und kann entsprechende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Nutzung der Bilder ist honorarpflichtig.
|
Für den Reisenden Jedes Mal wenn du die Heimat verlässt, führt sie dich eine andere Straße in eine Welt, in der du noch nie warst. Neue Fremde erwarten dich auf anderen Pfaden. Neue Orte, die dich noch nicht gesehen haben, werden bei deiner Ankunft leicht zusammenschrecken. Alte Orte, denen du wohl bekannt bist, werden so tun, als ob sich seit deinem letzten Besuch nichts verändert hätte. Wenn du reist, entdeckst du an dir eine andere Weise des Alleinseins, aufmerksamer jetzt für das Selbst, das du mitbringst, da dein schärferes Auge dich nun in der Fremde betrachtet und sieht, wie alles was dir begegnet, jenen Teil des Herzens berührt, der in der Heimat zurückblieb. Wie du unerwartet ansprichst auf den Ton einer Stimme, die ein Gespräch beginnt, das du heimführen möchtest dahin, wo deine Sehnsucht lang genug einwärts gedrängt hat, auf ein unausgesprochenes Dunkel zu, ein Kristall der Erkenntnis zu zeugen, von dem du nicht wissen konntest, dass du es einmal brauchen würdest, um deinen Weg auszuleuchten. Wenn du reist, begleitet dich eine neue Stille, und wenn du lauscht, wirst du hören, was dein Herz am liebsten sagen würde. Eine Reise kann zu etwas Heiligem werden. Nimm dir die Zeit, eh du losziehst, deinen Auszug zu segnen, dein Herz von allem Ballast zu befreien, so dass der Kompass deiner Seele dich führen möge zu den Gefilden des Geistes, wo du mehr von deinem verborgenen Leben entdecken wirst und den Dringlichkeiten, die mir Recht Anspruch auf dich erheben. Mögest du wach reisen, erweckt, klug gesammelt in deinem inneren Grund, auf dass du die Einladung nicht vergeuden mögest, die dich entlang des Weges erwartet, um dich zu verwandeln. Mögest du sicher reisen, erfrischt ankommen und deine Zeit in der Fremde bis zur Neige leben; bereichert heimkehren und frei, das Geschenk der Tage zu vergelten, die jetzt nach dir rufen. |
||||||||||||
|
|
||||||||||||
„Die Seele Irlandshat sich in Dunst verwandelt und sein Körper in Stein.“ W. B. Yeats
|
||||||||||||
|
Der Ozean und der Himmel schütten ein Licht aus Einsamkeit über das Land aus. Dagegen kommt nichts auf. Zwischen allen Gegenständen in Irland ist ein grünes, weißes und graues Licht aus Leere. Wer sich vor dem Alleinsein fürchtet, sollte nicht nach Irland gehen. Nichts romantisches kann gemeldet werden, aber rätselhafte Schönheit des ausgesetztseins, Orplid – Gefühle... Am Ende nur noch, was Yeats sich für sein Grab schrieb:
Cast a cold eye On life, on death. Horseman, pass by! Alfred Andersch
|
||||||||||||
Viel tobte ich als jungDie Welt mir ward zur Last. Doch jetzt mit Schmeichelzung Spornt sie den scheidenden Gast. W. B. Yeats
|
||||||||||||
Liebende sehen erwartungsvollDem Augenblick entgegen wo die Sonne untergeht. Als alter Mann wirst du dich sehnen sie aufgehen zu sehen. W. B. Yeats
|
||||||||||||
Der Fiedler von Dunie
Spiel ich meine Fiedel in Dunie, tanzt das Volk wie die Woge der See. Mein Vetter ist Pfaff in Kilarnet, mein Bruder in Mocharabeh.
Traf heut meinen Bruder und Vetter, sie lasen stumm ihr Brevier. Ich studierte mein Buch voller Lieder, in Sligo erstand ich´s mir.
Sankt Peter am Ende der Zeiten ruft uns drei dann gemeinsam hervor, nickt uns freundlich zu, doch als ersten winkt er mich durch das Himmelstor.
Denn wer gut ist, der lacht auch gerne, sonst ist er nicht gut und ganz. Und wer lacht, der liebt die Fiedel, und wer lacht, der liebt den Tanz.
Schnell erspäht mich das Volk dann am Himmel und ruft fröhlich: „Heissa – he, da kommt ja der Fiedler von Dunie!“ und tanzt wie die Woge der See. W. B. Yeats
|
||||||||||||
|
Die Toten sind in ein anderes Land gegangen. In Erinnerung bleiben sie bei uns, tausend Jahre und länger, wie Ailill und Maeve, Diarmaid und Grainne, Finnian und Columban. Irland vergisst nichts. W. B. Yeats
|
||||||||||||
|
Er führte mit dem Körper Krieg, Doch der geht aufwärts, hat den Sieg.
Dann hat er mit dem Herzen Streit, Die Unschuld geht, er bleibt entzweit.
Dann der Kampf mit seinem Geist, Sein stolzes Herz erliegt, verwaist.
Da nun der Krieg mit Gott beginnt, Kommt Mitternacht, wenn Gott gewinnt. W. B. Yeats
|
||||||||||||
|
Ich schreibe dies auf, um zu sagen wie wir waren; denn es wird niemand geben, der so ist wie wir. T. O´Chrohan aus dem Buch: Die Boote fahren nicht mehr aus
|
||||||||||||
Allem kann ich widerstehen- Nur der Versuchung nicht. Oscar Wilde
|
||||||||||||
|
„Als ich heute morgen aufstand“, schreibt Synge, nachdem er schon sehr lange in Inishmaan gelebt hatte, „merkte ich, dass die Leute zur Messe gegangen waren und die Küchentür von außen verriegelt hatten, so dass ich sie nicht öffnen konnte, um Licht für mich hereinzulassen. Ich saß annähernd eine Stunde mit einem merkwürdigen Gefühl beim Feuer, ganz allein in diesem Häuschen zu sein. Ich bin so gewöhnt mit den Bewohnern hier zu sitzen, dass ich den Raum bisher nie als einen Ort empfunden hatte, wo irgendein Mensch für sich allein leben und arbeiten könnte. Nachdem ich eine Weile gewartet und vom Kamin gerade soviel Licht hatte, um die Dachbalken und das Grau der Wände zu erkennen, wurde ich unbeschreiblich traurig, denn ich fühlte, dass dieser kleine Winkel der Erdoberfläche und die Menschen, die darin leben, einen Frieden und eine Würde haben, von denen wir auf immer ausgeschlossen sind“. J. M. Synge
|
||||||||||||
The Connaught toastHealth and long life to you, The women of your choice to you, Land without rent to you, And death in Erin.
Irischer Trinkspruch
|
||||||||||||
|
May the road rise to meet you. May the wind be always? at your back. May the sun shine warm upon your face, the rains fall soft upon your fields and, until we meet again, may God hold you in the palm af his hand.
Irischer Seegensspruch
|
||||||||||||
|
„Ara, Dia dhuit“, begrüßte mich Michael. Ein netter alter Kerl, obwohl mir sonst Heiden lieber sind als Wirte. „Und dich segne Gott und Maria und Patrick, Brigid und Columcille, dich und jeden anständigen Menschen in deinem Haus“. Cathal Goulding, Gabriel McCarthy Und die ganze Schar, die an der Theke stand oder in einer Reihe an der Wand entlang saß, respondierte „Amen“, „Amen“ antworteten die Starkbierhaie, die Whiskeykönige und Apfelweinbarone. Und Michael, der Wirt, fügte hinzu, „Amen, o Herr und Gott“, denn er war ein wirklich religiöser Mensch, und einer der wenigen Frommen, die nicht schlimmer sind als gewöhnliche Menschen.
Brendan Behan aus: Bekenntnisse eines irischen Rebellen.
|
||||||||||||
Wo auch immer ich mich aufhieltin Irland – dies war das Geheimnis seines Zaubers, dass das Land lächelt unter Wolken von Schwermut. A. E. Johann
|
||||||||||||
Friede und Stilleüber dem träumenden Tal und der Tau tröstlicher Einsamkeit auf das umgetriebene menschliche Herz.
A. E. Johann
|
||||||||||||
|
Der alte Pater Gilligan
|
||||||||||||
|
Matutine
Irgendwo, außen am Rand, geht die Nacht Zurück, und die Wellen der Dunkelheit Beginnen die Küste des Morgens sacht zu erhellen.
Das schwere Dunkel fällt auf die Erde herab, und befreit tobt die Luft von besinnungslosem Licht, Das Herz füllt sich mit frischem, hellem Atem, Und der Sinn schickt sich an, Farbigkeit zu gebären.
John O´Donohue
|
||||||||||||
|
Die Nacht hat mir ~Irischer Segenswunsch~
|
||||||||||||
| Bilder, Grafiken sowie Layout dieser Seiten unterliegen weltweitem Urheberrecht. Unerlaubte Verwendung, Reproduktion oder Weitergabe einzelner Inhalte oder kompletter Seiten werden sowohl straf- als auch zivilrechtlich verfolgt. Die Rechtsverfolgung nach Rechtsordnungen anderer Länder ist möglich und kann entsprechende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. | ||||||||||||